Der Evangelische Erziehungsverband versteht seine Arbeit als diakonischen Auftrag auf der Grundlage des Evangeliums. Ausgangspunkt ist das christliche Menschenbild, wie es in der Schöpfungsgeschichte grundgelegt ist: Gott hat den Menschen als sein Ebenbild geschaffen (Gen 1,27). Daraus leitet sich die unveräußerliche Würde jedes Menschen ab. Er hat Anspruch auf Achtung, Schutz und faire Lebensbedingungen – unabhängig von Herkunft, Lebensgeschichte oder aktueller Lebenslage.
Diakonie bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen für junge Menschen und ihre Familien.
Wir wollen Halt geben, Orientierung ermöglichen und Perspektiven eröffnen – besonders dort, wo Lebenswege unsicher geworden sind oder Unterstützung benötigt wird. Dabei geht es nicht um vorgegebene Antworten, sondern um verlässliche Beziehungen, fachliche Begleitung und die Stärkung eigener Ressourcen.
Unser Handeln stellt sich dem Anspruch der gelebten Nachfolge Jesu Christi, auch wenn wir wissen, dass wir an diesem Anspruch immer wieder scheitern. Nächstenliebe, Solidarität mit den Schutzlosesten, Menschenfreundlichkeit und Offenheit mit denen die am Rande der Gesellschaft stehen und Verantwortungsbereitschaft für die Gestaltung einer sozialen Gesellschaft erwachsen daraus. Diese Haltungen prägen die fachliche, ethische und organisatorische Ausrichtung des Verbandes ebenso wie die Arbeit seiner Mitgliedseinrichtungen. Sie zeigen sich im respektvollen Umgang miteinander, in der Anerkennung unterschiedlicher Lebensentwürfe und im Einsatz für gerechte gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
Der Evangelische Erziehungsverband versteht Diakonie als verbindende Haltung. Menschen unterschiedlicher religiöser Prägungen können diese Werte authentisch vertreten. Entscheidend ist nicht eine formale Kirchenzugehörigkeit, sondern die Bereitschaft, die diakonischen Werte zu achten und den Auftrag des Verbandes aktiv mitzutragen – im Interesse junger Menschen, ihrer Familien und eines solidarischen Gemeinwesens.
Der Vorstand trägt eine besondere Verantwortung für die Ausgestaltung dieses diakonischen Profils. Er achtet darauf, dass die diakonischen Grundhaltungen leitend für Entscheidungen, Strukturen und Entwicklungen des Verbandes bleiben und in verantwortlichem Handeln konkret werden.