Nur wenn Traumatisierte und Professionelle einen sicheren Ort haben, kann Wachstum beginnen.
Der Anteil traumatisierter Kinder und Jugendlicher in den Einrichtungen der Jugendhilfe ist erheblich – wie Studien belegen. Traumatherapeutische Behandlungsmethoden sind mittlerweile zum Standard geworden und wurden von nahezu allen psychotherapeutischen Schulen in die Behandlungsansätze integriert. Seit etwa zehn Jahren wird die Erkenntnis, dass traumatisierte Kinder einer spezifischen Traumapädagogik bedürfen, zunehmend respektiert und umgesetzt.
Die Folgen im Erleben und Verhalten junger Menschen mit Traumatisierungen entsprechen oft denen einer Posttraumatischen Belastungsstörung, sind oft aber auch erheblich komplexer und häufig nicht auf den ersten Blick einzuordnen.
Die Verhaltensweisen der Traumatisierten stellen Pädagogen und Pädagoginnen in der Jugendhilfe immer wieder vor große Herausforderungen hinsichtlich der eigenen Professionalität, Abgrenzungsfähigkeit und der eigenen Wertvorstellungen. Traumapädagogik im Sinne einer Pädagogik des sicheren Ortes bietet eine Basis, auf der ein Heilwerden der Betroffenen möglich wird. Herzstück der Traumapädagogik
sind Haltungsfragen. Diese beziehen die Strukturen ganzer Einrichtungen mit ein. Traumapädagogen sind geprägt von Haltungen der Würdigung der Traumafolgesymptomatik als Überlebensleistung, der Annahme des Guten Grundes, dem Bestreben, Transparenz und Partizipation zu ermöglichen und dem übergeordneten Ziel, den Fokus von äußerer und innerer Sicherheit nie aus den Augen zu verlieren.
Darüber hinaus gibt es eine große Bandbreite an spezifischen traumapädagogischen Methoden, die auf Forschung und Erfahrungen zum Beispiel der Bereiche Pädagogik, Psychologie, Neurologie und Psychosomatik beruhen und eng an die
Stabilisierungselemente moderner evidenzbasierter Traumatherapieverfahren angelehnt sind. Das Wesen der Traumapädagogik ist ein interdisziplinäres. Dieses spiegelt sich in der Methodenvielfalt der Interventionsbereiche wieder.
Ziel der Modulreihe
Die Teilnehmer:innen erwerben Grundlagen der Psychotraumatologie, erlernen das Erkennen und Einordnen von Verhaltens- und Erlebensweisen, auch komplexer Art, das Schaffen eines sicheren Ortes sowie ein breites Portfolio an Methoden
zur Ressourcenaktivierung und Stabilisierung der jungen Menschen. Das Wissen über Traumatherapieverfahren ermöglicht eine kompetente Zusammenarbeit mit ärztlichen oder psychologischen Traumatherapeuten und Traumatherapeutinnen.
Auch das Schaffen sicherer Orte für die Professionellen selbst, Versorgung, Selbstfürsorge und Psychohygiene zur Prävention von Burn-Out und Sekundärer Traumatisierung sind dabei wichtig.
Es wird viel Wert auf Selbsterfahrung und die supervisorische Begleitung der praktischen Umsetzung des Gelernten gelegt.
Qualifizierung
Die Weiterbildung führt zum Doppelabschluss Traumapädagogin/Traumapädagoge und Traumazentrierte Fachberaterin/Traumazentrierter Fachberater.
LEITUNG
Irmtraut Rehse, Hannover
Margarete Kappler, Altensteig
TERMINE
31.05.-03.06.2027 Würzburg
13.-16.09.2027 Würzburg
10.-13.01.2028 Kassel
24.-27.04.2028 Kassel
11.-14.09.2028 Kassel
22.-25.01.2029 Kassel
04.-07.06.2029 Kassel
12.-14.11.2029 Kassel
ORTE
CVJM-Tagungshaus Kassel
Hugo-Preuß-Straße 40a | 34131 Kassel-Bad Wilhelmshöhe
Telefon: 0561 3087511
Internet: www. tagungshaus-cvjm-kassel.de
Exerzitienhaus der Diözese
Würzburg Himmelspforten
Mainaustraße 42 | 97082 Würzburg
Telefon: 0931 38668000
Internet: www.himmelspforten.net
Burkardushaus
Tagungszentrum am Dom
Am Bruderhof 1 | 97070 Würzburg
Telefon: 0931 38644000
Internet: kardushaus.de
TEILNAHMEBEITRAG
8.250,- € für EREV-Mitglieder
9.250,- € für Nichtmitglieder
inkl. Unterkunft und Verpflegung
sowie Fortbildungsleistungen für die gesamte Modulreihe
SEMINARZEITEN
Die Seminare beginnen jeweils um 13.00 Uhr mit einem Begrüßungsimbiss.
Sie enden am letzten Tag um 14.30 Uhr mit Kaffee und Kuchen.
HINWEIS
Der Fachverband DeGPT verlangt seit dem 1. September 2022 pro Person 50,- € für die Zertifizierung zum Doppelabschluss. Die Homepage des Fachverbands DeGPT erreichen Sie unter: www.degpt.de/weiterbildung-curricula/traumapaedagogiktraumazentrierte-fachberatung-degpt-fvtp-/curriculum/
