Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden im Jahr 2024 bundesweit rund 221.500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zeitweise außerhalb ihrer Herkunftsfamilien in Heimen oder Pflegefamilien betreut (www.destatis.de). Die Gründe für eine Unterbringung sind vielfältig: Der Ausfall von Bezugspersonen, eingeschränkte Erziehungskompetenzen der Eltern oder konkrete Gefährdungen des Kindeswohls. Die betroffenen jungen Menschen bringen häufig komplexe und belastete Biografien mit. Diese können unter anderem auf bindungstraumatischen Erfahrungen und wiederholten Beziehungsabbrüchen, einer psychischen Erkrankung der Sorgeberechtigten, Vernachlässigung und häufigen Wechseln von Einrichtung zu Einrichtung basieren. Oft passen sie aufgrund ihres Verhaltens scheinbar nicht in vorgegebene Systeme.
In Einrichtungen treffen sie dann auf andere junge Menschen, die ähnliche Wege gegangen und auch nicht immer freiwillig in dem Kontext sind. Für die Fachkräfte erfordert dies ein hohes Maß an professioneller Stabilität, Flexibilität und Selbstfürsorge, damit Belastungen und Erschöpfung vermieden werden.
Die interdisziplinäre Projektgruppe »Erziehungshilfen-Kinder‑und Jugendpsychiatrie-Polizei-Justiz« des erev lädt zu diesem Thema in ihr dreitägiges Forum ein. Ziel ist es, gemeinsam zu erarbeiten, wie Fachkräfte gezielt gestärkt werden können, damit sie in Krisensituationen handlungsfähig bleiben und Verantwortung übernehmen und tragen können.
Unsere Fragestellungen sind:
• Welche professionelle Haltung fördert handlungsfähiges und zugleich verantwortungsvolles Arbeiten mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen?
• Wie können die unterschiedlichen Berufsgruppen ihre Kompetenzen synergetisch verbinden und voneinander profitieren?
• Welche Strukturen und Abläufe sind notwendig, damit junge Menschen trotz belasteter Biografien echte Teilhabe erfahren und Perspektiven für gelingende Bindungen, Arbeits- und Beziehungsfähigkeit in ihrem Leben entwickeln können?
Während des Forums sind Mitglieder der unterschiedlichen Professionen anwesend, um die einzelnen Perspektiven einbringen zu können.
Leitung:
Caroline Halhuber, Vorsitzende der erev-Projektgruppe "Erziehungshilfen – Kinder- und Jugendpsychiatrie – Polizei – Justiz"
Termin: 28. bis 30 April 2027
Ort: Lutherstadt Wittenberg
Teilnahmebeitrag: 720,- € für Mitglieder, 782,- € Nichtmitglieder inkl. Übernachtung, Kultur und Verpflegung.
Der Teilnahmebeitrag verringert sich um 40,- Euro, wenn Sie nicht im Tagungshaus übernachten
Teilnehmerzahl: 80
Fortbildungszeiten:
Beginn 14.00 Uhr (davor ab 13.00 Uhr Kaffee, Tee, Imbiss)
Ende 12.30 Uhr (mit Lunchpaket)

