INHALT UND ZIELSETZUNG
Die ambulante Arbeit in der Erziehungshilfe verlangt den Fachkräften einiges ab. Sind im stationären Setting die Dienstzeiten und die Tagesrahmungen mehr oder weniger festgelegt, so befindet man sich im ambulanten Arbeiten zunächst im scheinbar strukturlosen Raum. Die Fachkräfte besuchen die hilfesuchende Person in der Regel in deren eigenem Haushalt. Hier stoßen sie auf unterschiedliche Systeme und Regeln, Ordnungen und Wohnzustände sowie oftmals auf Strukturlosigkeit. So unterschiedlich wie die verschiedenen Haushalte, so verschieden sind die Personen und deren Ressourcen, mit denen die Soziale Arbeit ambulant konfrontiert
wird. Mehrfach täglich müssen sich die Fachkräfte auf völlig verschiedene Personen und Problemlagen einstellen. Mehrfach täglich müssen die Fachkräfte Nähe-Distanzgrenzen ausloten und sich damit auseinandersetzen, inwiefern eigene Wertvorstellungen die Arbeit leiten oder behindern. Mehrfach täglich müssen es die Fachkräfte aushalten, sich von fragilen Systemen nach vollendeter Tagesarbeit zu trennen und das Klientel mit den individuellen Problemlagen alleine zu lassen. Dies alles in der Regel allein, also ohne ein komplettes Team im Rücken, beziehungsweise einer Teamleitung, die man jederzeit um Rat fragen kann.
Zudem ist dies verbunden mit einem hohen Kosten- und Fahrtzeitendruck, einer hohen Erwartungshaltung des Kostenträgers, das Getane auch gut zu dokumentieren und zu beschreiben und dem eigenen Anspruch an die Arbeit. Diese Fortbildung soll dazu dienen, die verschiedenen Spannungsfelder aus verschiedenen Perspektiven kennenzulernen und eine jeweils individuelle Haltung und damit auch einen Umgang zu diesen zu entwickeln. Weiterhin soll ein adäquater Umgang mit dem zwar nicht immer präsenten, aber dennoch vorhanden Team gefunden werden und wie man dieses auch ambulant für sich nutzen kann.
Die Teilnehmenden lernen
• die Vielfalt der ambulanten Arbeit
• die Spannungsfelder aus verschiedenen Perspektiven
• eine individuelle Haltung zu den Spannungsfeldern
• das Arbeiten mit und Nutzung des nicht ständig präsenten Teams
• den Umgang mit der nicht ständig präsenten Leitung kennen.
METHODIK
Impulsreferate, fachliche Diskussionen, Kleingruppenarbeit, Fallbesprechungen
ZIELGRUPPE
Mitarbeiter:innen in den ambulanten Hilfen
LEITUNG
Timo Ringelberg, Vellmar
Lisa Schmidt, Kassel
ORT
Evangelische Tagungsstätte
Hofgeismar
Gesundbrunnen 8
34369 Hofgeismar
☎ 05671 881-0
www.tagungsstaette-hofgeismar.de
TEILNAHMEBEITRAG
655,- € für Mitglieder
711,- € für Nichtmitglieder
inkl. Unterkunft und Verpflegung
TEILNEHMERZAHL
16
FORTBILDUNGSZEITEN
Beginn 14.00 Uhr (davor ab 12.30 Uhr Mittagessen)*
Ende 12.30 Uhr (danach gemeinsames Mittagessen)*
* Änderungen vorbehalten